Sächsischer Butterstollen

Stollen aus der Akademie für das Deutsche Bäckerhandwerk – vom Saulus zum Paulus

Ich bekenne mich schuldig. Schuldig der Voreingenommenheit, alle Stollen seien … naja …
Nach einem mehrtägigen Stollenseminar an der „Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Weinheim“ gab es wenig Begeisterung. Durch die Bank war Stollen nicht mein Gebäck – jedenfalls nicht die dort vorgestellten. Viel Wasser floss seitdem den Rhein hinab ins Meer. Mittlerweile kenne ich eine andere Stollen-Qualität aus der Dresdner „Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Sachsen“. Die kann man essen.
Die bon‘gu-Bäckermeisterin Alexandra hat auf ihrem steinigen Weg zum heiligen Gral der Meisterschaft einiges an Wissen, Fertigkeiten, Techniken eingesammelt. Diese Fülle steht uns ab sofort zur Verfügung. Bon’gu-Back-Kompetenz für alle. Sie lässt die Backstube unserer Kunden schöner und häufiger duften, das eigene Gebäck noch besser werden. Unsere Rezepte sind ausgefeilter, gelingsicherer und direkt aus dem deutschen Back-Kompetenzzentrum schlechthin. Greift zu. Kopiert und verbreitet die gute Nachricht. Und vor allem: Backt! Backt mit den besten bon‘gu-Zutaten und macht euch die Eurigen hörig. Mit eurem Gebäck.

Butterstollen nach dem Original der sächsischen Landeshauptstadt

Vorteig/Hefestück

200 g Weizenmehl Tipo 00, Vittoria

150 g Vollmilch

70 g Hefe

Auskneten, TT: 25 °C, RZ: 60 Min.

Quellstück

200 g Mandeln, z. B. Avola-Qualität

150 g Zitronat

50 g Orangeat

150 g Zucker

180 g Vollmilch

25 g Zitronensaft

2 g Macis

Vermengen und mindestens 60 Min. quellen lassen

Sultaninen-Quellstück

1000 g Sultaninen

80 g Rum

80 g Wasser

Vermengen und mindestens 120 Min. quellen lassen. Zwischendurch nochmal umrühren.

Hauptteig

420 g Hefestück

755 g Quellstück

1160 g Sultaninen-Quellstück

800 g Vittoria

12 g Salz

450 g Butter

50 g Nussbutter (dafür Butter auf dem Herd schmelzen, bis sie leicht bräunt und nussig duftet)

Auskneten

  • 3 Min. langsam, 4 Min. schnell kneten, dann schonend
  • 1160 g Sultaninen-Quellstück unterkneten
  • 60 Min. Teigruhe
  • Gesamtteiggewicht: ca. 3600 g

Aufarbeiten

Backen

  • Auf einem Unterblech einschießen, schwaden, bei 220 °C anbacken, sofort auf 170 °C herunterregeln.
  • Nach 20 Min. auf 150 °C.
  • Knapp ausbacken auf Kerntemperatur von 94 – 95 °C.
  • Die Krume darf (muss) nach unserem Verständnis leicht schliffig sein.

Schellis Urteil

Interessant ist die Veränderung von Konsistenz, Mundgefühl und Geschmack über die Zeit. Es lohnt sich, den Stollen am besten noch warm anzuschneiden und zu genießen und das Ritual täglich zu wiederholen, um sich durch diesen Erkenntnisgewinn Lebensqualität zu erobern.
Dieser Traditions-Butterstollen ist großartig! Ich kenne keinen besseren. Die Cremigkeit am Gaumen wird durch das knappe Ausbacken und die üppige Portion Butter erreicht. Für mich ist dieser „Schliff“ erstrebenswert, er gibt dem Stollen neben der Fülle der Zutaten eine pralinenartige Schwere, Dichte. Man tankt vorweihnachtliche Glückseligkeit, um dem Stress der kommenden Wochen gelassen entgegensehen zu können. Hält man sich an das obige Rezept und verwendet dazu beste bon‘gu-Zutaten, entfaltet sich ein wahrer Backzauber.

Folgende Variationsmöglichkeiten bieten sich an:
– Zitronat- und Orangeat-Anteil umkehren
– Orangenzesten einarbeiten
– Zitronenzesten einarbeiten
– Rumanteil in den Sultaninen erhöhen

Unbedingt in großer Menge backen und viele Freunde beglücken!