Morgenbrot aus der Backform

Ein Brot, das es aus der Versuchsbäckerei in unseren Haushalt geschafft hat – das Kompliment bekommen nur ganz wenige. High-End-Alltagsbrot. Diesen Widerspruch in sich klären wir sofort: Wenn man sich strikt an die Rahmenbedingungen hält, ist es ein einfach herzustellendes Brot. Und ein sensationell gutes Brot.

Rezept Alexandras Morgenbrot aus der Backform

Zutaten

250 g Weizensauer, topfit

350 g Ragnar (oder Vittoria)

22 g Salz

750 g Wasser

Zubereitung

Tag 1

9 Uhr: Sauerteig auffrischen (TA 200)

18 Uhr: Fermentolyse

Teigaufbereitung

  • 22 g Salz zum Teig geben. 
  • Nun kräftig auskneten, bis der Teig glatt und elastisch ist. Die ausreichende Glutenentwicklung wird mit dem Fenstertest überprüft.

Teigreife in drei Stufen

  1. Erste Teigreife: Teig auf der Arbeitsfläche rundschleifen. Für 2 Std. abgedeckt bei Raumtemperatur ruhen lassen.
  2. Zweite Teigreife (Anspringen): Teiglinge in gefettete Backformen setzen. Abgedeckt gehen lassen, bis sich das Volumen um etwa 20 % vergrößert hat (ca. 30 Min. bis 1 Std.).
  3. Dritte Teigreife (Gärverzögerung): Teiglinge abgedeckt für 8 bis 14 Std. im Kühlschrank bei ca. 3 °C lagern.

 

Tag 2

Backen

  • Ofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Teiglinge direkt aus dem Kühlschrank in den Ofen geben.
  • Nach 15 Min. Backzeit die Temperatur auf 210 °C absenken.
  • Für ein rustikales Aussehen kann man den Teigling vor dem Backen mit Roggenmehl abstauben und evtl. einschneiden.

Schellis Urteil

Das bon’gu-Charakterbrot! Mit dem oben beschriebenen Sauerteig großartig. Mild, vom Aroma her ein Weizensauerteig(misch)brot mit deutlichem Weizenanklang, ohne Säure. Feucht und mit weichem und leicht knietschigem Biss, der ein Weizenbrot erst als Top-Level-Brot ausmacht. Als sehr kritischer Weizensauerteigbrot-Esser bin ich schnell beleidigt, wenn mir Disharmonien untergeschoben werden. Aus meiner Sicht gibt es zwar langsam mehr gute Weizensauer-Bäcker. Aber die Hochstapler sind immer noch bei weitem in der Überzahl. Ihnen könnte dieses „Morgenbrot“ auf die Sprünge helfen. Die verwendete Sauerteigkultur wurde über ein Jahr auf Ragnar/frz. Weizenvollkornmehl intensiv trainiert. Unsere Überzeugung ist, möglichst alle Randbedingungen für die Kultur stabil zu halten, um sie einerseits berechenbar zu machen und andererseits genau die Charaktereigenschaften anzutrainieren, die wir uns wünschen. Sie wird 2- bis 3-mal pro Woche aufgefrischt. Vor dem Backen immer 2-mal hintereinander. Und es ist nicht egal, womit ich meine Kulturen füttere. Im Gegenteil – für exzellente Ergebnisse habe ich keine Wahl.