Premium Toast-Brot

Premium Butter-Toast

Das bon’gu Signature-Toastbrot

Die Sauerteigpuristen haben es schwer mit diesem Rezept: Ahnen Familienmitglieder, dass die Hefe für den Qualitätssprung im Gebäck verantwortlich ist, gibt es einen Aufstand – und vorbei ist es mit dem Purismus. Sie können also unbeobachtet und leise weinend in den Keller gehen oder sich schuldig bekennen, mit gewisser Überheblichkeit die Hefepotenz missachtet zu haben. Die Angsthefe-Freunde werden dagegen sagen: Wir haben es schon immer gewusst!

Dieses Buttertoast-Rezept ist der Beweis, dass Brot mit Hefeanteil den Erwartungen der Genießer mehr entgegenkommt. Zart, duftig, Wollust nährend. Gut gemachte, reine Sauerteig-Toastbrote haben ihren Stellenwert – und eigenen Charakter. Doch diese Textur, dieser Krumenduft der Hefevariante bleibt unerreicht.

Weiches Butter-Toastbrot mit feiner, wattiger – und, ich kann nicht anders: geiler – Krume. Poolish, Milchkochstück und aufgefrischte Madre bilden die Grundlage; gebacken wird mit Tipo 0 Orange. Auch das Mehl macht den Unterschied.

Zutaten (auf 1 kg Mehl im Hauptteig, ergibt ca. 1900 g Teig)

Poolish

Reifezeit: 10–12 Std. bei 20–22 °C

Milchkochstück

Kühlzeit: mindestens 2 Std. im Kühlschrank. Die Kühlung des Kochstücks ist keine Gärverzögerung des Teigs.

Madre – Auffrischung

  • 60 g Anstellgut
  • 60 g Tipo 0 Orange
  • 30 g Wasser

Ansatz: 150 g im Verhältnis 2 : 2 : 1
Reifezeit: 3 Std. bei 22 °C

Hauptteig

  • 340 g reifer Poolish
  • 250 g kaltes Milchkochstück
  • 150 g reife Madre aus obigem Ansatz
  • 730 g Tipo 0 Orange
  • 270 g kalte Vollmilch
  • 35 g zusätzliche kalte Vollmilch
  • 30 g Bassinage-Wasser
  • 5 g Frischhefe
  • 20 g Zucker oder Honig
  • 85 g kühle Butter, in Stücken
  • 22 g Salz
  • 8 g enzymaktives Backmalz
Sechser-Backverband

Tipp: Teigmenge für einen Sechser-Backverband

6 Teiglinge × 350 g = 2.100 g Teig. Für jede der sechs Formen einen Teigling mit 350 g abwiegen. Dieser Zusatz ersetzt nicht die auf 1.000 g Gesamtmehl normierte Grundfassung.

Poolish

Milchkochstück

Madre – Auffrischung

Hauptteig

  • 380 g reifer Poolish
  • 300 g kaltes Milchkochstück
  • 170 g reife Madre
  • 850 g Tipo 0 Orange
  • 300 g kalte Vollmilch
  • 35 g zusätzliche kalte Vollmilch
  • 35 g Bassinage-Wasser
  • 6 g Frischhefe
  • 20 g Zucker oder Honig
  • 95 g kühle Butter
  • 24 g Salz
  • 8 g enzymaktives Backmalz

Teigmenge gesamt: ca. 2100 g

Zeitplan

Die Zeiten sind Planwerte. Die Teigreife entscheidet, ob das Brot backbereit ist. Für ein Backende um 18:00 Uhr erfolgt das Einschießen um 17:10 Uhr; mit dem Auskühlen hat man um 18 Uhr ein warmes Brot zum Anschnitt bereit.

Vortag:
22:00 – Poolish ansetzen; 10–12 Std. bei 20–22 °C reifen lassen.
Backtag:
09:30 – Madre auffrischen; 3 Std. bei 22 °C reifen lassen.
09:30 – Milchkochstück herstellen, kurz abkühlen lassen und abgedeckt im Kühlschrank durchkühlen.
12:30 – Hauptteig mischen und auskneten. Der Poolish hat jetzt 12 Std. Reifezeit.
13:00 – Stockgare bei 25–27 °C beginnen.
14:00 – Teig aufziehen.
15:00 – Stockgare nach knappem Verdoppeln beenden; teilen und formen.
15:30 – Stückgare in den vorbereiteten Formen bei 25–27 °C.
17:00 – Ofen vorheizen; Vollgare prüfen.
17:10 – Einschießen; ca. 50 Min. backen.
18:00 – Brote aus dem Ofen ziehen, ausformen und auf einem Rost auskühlen lassen.

Tipp zur Zeitflexibilität ohne kalte Gare: Den Poolish innerhalb seines Reifefensters von 10–14 Std. ansetzen. Durch eine Parkzeit im Kühlschrank nach 8 Std. Reife kann das Zeitfenster um bis zu 24 Std. verlängert werden. Auch das Kochstück kann im Kühlschrank verweilen. Selbst die (gut trainierte) Madre kann am Vortag zubereitet werden und behält im Kühlschrank (4 °C!) ihre Qualität vollständig.

Ablauf / Schritte

  1. Poolish ansetzen. Mehl, Wasser und Frischhefe gründlich mischen. Abgedeckt 10–14 Std. bei 20–22 °C reifen lassen.
  2. Madre auffrischen. 60 g Anstellgut mit 60 g Mehl und 30 g Wasser verkneten. Bei 22 °C für 3 Std. reifen lassen.
  3. Milchkochstück herstellen. Mehl und Vollmilch im Topf klümpchenfrei verrühren. Unter ständigem Rühren langsam erhitzen, bis die Masse puddingartig eindickt. Umfüllen, kurz abkühlen lassen und abgedeckt mindestens 2 Std. im Kühlschrank kalt stellen.
  4. Teig mischen. Poolish, Kochstück, Madre, Hauptteigmehl, 270 g kalte Vollmilch, Frischhefe und Zucker oder Honig zusammengeben. Backmalz ebenfalls zufügen. Etwa 10 Min. auf niedriger Stufe kneten.
  5. Teig auskneten. Weitere 5–8 Min. auf höherer Stufe kneten. Dabei Salz, portionsweise die Butter und nach und nach die eingeplanten 35 g zusätzliche Milch und das Bassinage-Wasser (30 g) einarbeiten. Die Knetzeiten sind maschinenabhängige Richtwerte.
  6. Stockgare. Abgedeckt etwa 2 Std. bei 25–27 °C reifen lassen. Der Teig soll sich knapp verdoppeln.
  7. Formen vorbereiten. Kastenformen einfetten.
  8. Teig formen. Mit möglichst wenig Kontakt zum Teig die Teigstücke mit Hilfe der Teigkarte abstechen, zusammenlegen und rundformen. In der Backform ablegen.
  9. Stückgare. Abgedeckt ca. 1½–2 Std. bei 25–27 °C bis zur Vollgare reifen lassen.
  10. Backen. Ofen rechtzeitig auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Etwa 30 Min. (Teigeinlage 350 g) auf Kerntemperatur von 97 °C ausbacken. Bei zu starker Bräunung rechtzeitig abdecken und Temperatur um 20 °C reduzieren.
  11. Auskühlen. Aus den Formen lösen und auf einem Rost auskühlen lassen.

Rezept ohne Scheinpräzision

Vollmilch ist keine reine Wasserzugabe. Deshalb bleibt die numerische Hydrationsangabe frei. Die Zutaten sind insgesamt gerundet, um die Rezeptsicherheit zu erhöhen und sich auf wesentliche Inhalte konzentrieren zu können. Es passieren genug andere Fehler – da müssen nicht noch Wiegeschwierigkeiten dazukommen. Die Rezeptqualität leidet nicht. Versprochen.

Signature-Toastbrot

Schellis Urteil

Kochstück, Poolish und auch noch Sauerteig – klingt erstmal aufwändig. Ungeübte können sich tatsächlich lange daran aufhalten – mit etwas Backroutine ist alles schmerzfrei in wenigen Minuten zusammengerührt, und das Rezept insgesamt ist durch die Hefe anfängertauglich. Mit Kühlschranks Hilfe lässt sich der Arbeitsablauf deutlich flexibilisieren und sogar in den Arbeitsalltag einfügen. Das Ergebnis hat Weltklasse-Niveau. Duftigkeit, Zartheit der Textur und für helle Weißbrote ungewöhnlich lange Frischhaltung erreichen Höchstnoten. Ein Brot, bei dem die natürliche Essbremse nicht mehr funktioniert. Passt hervorragend zum Frühstück und ist eigenständig genug, um reifem Camembert oder Brie standzuhalten.