DInkel-Feinbrot

Oberschwäbisches Dinkel-Feinbrot

Mit Alpenroggen für die Harmonie

Ein einfaches, wohlschmeckendes Alltagsbrot mit hoher Verträglichkeit und lang anhaltender Sättigung – vorgestellt in zwei unterschiedlichen Führungsvarianten:

  1. Auffrischbrot mit Sauerteig und einem Fitzel Hefe
  2. Mit Madre als alleinigem Triebmittel

Ganz unten findest du einen Zeitplan, um sicher starten zu können.

Zwei Mehle, die – bei mir – zu Unrecht ein Schattendasein fristen, sollen heute ihre Vorstellung bekommen: der 630er Dinkel und der Alpenroggen. Sie fehlen fast immer in meinem Repertoire. Das muss korrigiert werden. Als mildes 70/30-Mischbrot im Südwesten der Republik außerordentlich beliebt, lautet sein zweiter Name: „Friss-dich-dumm-Brot“. Die Kombination aus Dinkel und Roggen, getrieben allein durch Dario, ist dermaßen stimmig und eingängig, dass sie einem Marschbefehl gleicht: Nachbacken!

Auffrisch-Variante

Ergibt: 2 Teiglinge à ca. 900 g
TA Hauptteig: 168
Versäuerungsgrad: 20 %

1. Zutaten

Bezogen auf 1.000 g Gesamtmehl (inkl. Madre‑Mehl).

  • Dinkelmehl Type 630: 60 % = 600 g
  • Alpenroggen: 30 % = 300 g
  • Madre/Sauerteig: 10 % = 150 g (bei TA150)
  • Wasser gesamt: 68 % = 680 g
  • Salz: 2,2 % = 22 g
  • Aquaposa: 10 % = 100 g
  • Hefe: 0,4 % = 4 g

Gesamtteig: ca. 1.800 g

2. Madre/Sauerteig aus dem Kühlschrank

Ca. 150 g.
Hier sollte die Säuremenge im Sauerteig berücksichtigt werden. Wer voll ausgereifte Sauerteige im Kühlschrank parkt, ist bei milden Broten auch mit der Hälfte der angegebenen Menge gut bedient. Mit dem Anteil des Sauerteigs steuerst du den Säurecharakter des Brotes.

3. Hauptteig

  • 150 g Madre/Sauerteig (aus dem Kühlschrank)
  • 600 g Dinkelmehl Type 630
  • 300 g Alpenroggen
  • 100 g Aquaposa (zuerst mit dem Mehl vermischen)
  • 630 g Wasser
  • 4 g Frischhefe (im Wasser aufgelöst)
  • 22 g Salz

Kneten (all in):
4 Min. langsam, 1 Min. schnell

4. Teigführung (22 °C)

Stockgare: ca. 3,5 Std. bei 22 °C

Nach 1,5 Std.: Teig einmal aufziehen.

Aufarbeiten:
Teig teilen, rund wirken (ohne zu entgasen), 15 Min. entspannen lassen. Oval übereinander schlagen, knapp verschließen. Ins längliche Gärkörbchen legen – Schluss nach oben, für rustikalen Ausbund nicht einschneiden.

Stückgare: ca. 3,5 Std. bei 22 °C

5. Backen

  • Anbacken mit Schwaden bei 240 °C für ca. 15 Min.
  • Bei 200 °C ausbacken.
  • 15 Min. vor Ende den Schwaden ablassen.
  • Für die Krustenentwicklung die Ofentür im letzten Viertel einen Spalt geöffnet lassen.
  • Backen, bis 97 °C Kerntemperatur erreicht sind (ca. 40 Min.).

 

Madre-Variante

Ergibt: 2 Teiglinge à ca. 900 g
TA Hauptteig: 168
Versäuerungsgrad: 20 %

1. Zutaten

Bezogen auf 1.000 g Gesamtmehl (inkl. Madre‑Mehl).

Gesamtteig: ca. 1.800 g

2. Madre, zweistufig

Erster Ansatz (TA 140):
1 Teil reife Madre : 2 Teile Mehl, TA 140, 12 Std., Teigtemperatur nach dem Kneten: 27 °C, Reifetemperatur 18 °C

Zuerst das ASG im Wasser lösen, dann intensiv mit dem Mehl verkneten.
Ergebnis: ca. 150 g Madre (Stufe 1).

Stufe 2 – Triebstufe (1 : 1 : 1):

  • 140 g reife Madre aus Stufe 1
  • 140 g Lombardia
  • 140 g Wasser

Reife: 2 Std. bei 27 °C. Damit sofort den Hauptteig bereiten.

3. Hauptteig

Kneten (all in):
4 Min. langsam, 1 Min. schnell

4. Teigführung (22 °C)

Stockgare: ca. 3,5 Std. bei 22 °C
Nach 1,5 Std.: Teig einmal aufziehen.

Aufarbeiten:
Teig teilen, rund wirken ohne zu entgasen, 15 Min. entspannen lassen. Oval übereinander schlagen, knapp verschließen. Ins längliche Gärkörbchen legen – Schluss nach oben, nicht einschneiden.

Stückgare: ca. 3,5 Std. bei 22 °C

5. Backen

  • Anbacken mit Schwaden bei 240 °C für ca. 15 Min.
  • Bei 200 °C ausbacken.
  • 15 Min. vor Ende den Schwaden ablassen.
  • Für die Krustenentwicklung die Ofentür im letzten Viertel einen Spalt geöffnet lassen.
  • Backen, bis 97 °C Kerntemperatur erreicht sind (ca. 40 Min.).
Dinkel-Feinbrot 2

Schellis Urteil

Geniales Brot! Das leicht süßliche Dinkel-Aroma webt sich ein in den Alpenroggen-Duft. Durch die 60/30-Verteilung bleiben beide Hauptteilnehmer (Dinkel/Roggen) ebenbürtig. Die Madre mit dem minimalen Säureeintrag sorgt für das Salz in der Suppe. Ein Tim Mälzer würde sagen: „Sie hebt den Geschmack.“ Die Säure hast du selbst in der Hand. Die hier beschriebene Methode zeigt durch die Verwendung junger („unreifer“ im Sinne des alten Sauerteigverständnisses) Sauerteige eine hohe Triebkraft bei geringer Säureentwicklung. Die Reifezeit von ca. 7 Stunden ist nötig, um neben der Säure auch Fermentationsaromen zu entwickeln, die dem Brot die süchtig machende Geschmackstiefe verleihen. Nur diese Gesamtkonstellation gibt dem Konzept die gewünschte Harmonie. Das Brot passt als Universalbrot zu jeder Situation im eigenen Haushalt. Es ist kein Hingucker, sondern beste Alltagskost.

Zeitplan, wenn das Brot um 18:00 Uhr aus dem Ofen soll

  • Vortag, 20:20 – Madre Stufe 1 ansetzen (12 Std. / 18 °C)
  • 08:20 – Madre Stufe 2 ansetzen (2 Std. / 27 °C)
  • 10:20 – Hauptteig kneten
  • 11:50 – 1× aufziehen
  • 13:20 – Teilen und rundwirken
  • 13:35 – Lang formen, ins Gärkörbchen (Start Stückgare: 3,5 Std / 22 °C)
  • 17:05 – Backen (240 °C + Schwaden / Topf geschlossen)
  • 17:45 – Schwaden ablassen, trocken ausbacken
  • 18:00 – Aus dem Ofen