Mit Alpenroggen für die Harmonie
Ein einfaches, wohlschmeckendes Alltagsbrot mit hoher Verträglichkeit und lang anhaltender Sättigung – vorgestellt in zwei unterschiedlichen Führungsvarianten:
- Auffrischbrot mit Sauerteig und einem Fitzel HefeSaccharomyces cerevisiae (Backhefe, Bäckerhefe, Bierhefe) Backhefe wird als Frischhefe (ca. 70 % Wassergehalt) und Trockenhefe (ca. 5 % Wassergehalt) angeboten. 1 g Trockenhefe entspricht etwa 2,5 Frischhefe. Im frischen Zustand riecht sie fruchtig-aromatisch und bricht muschelig. Trockenhefe wird in Tüten zu je 7 g verkauft, man kann sie anstelle von Frischhefe einsetzen. Frischhefe hält sich bei kühler Lagerung (2 – 8 °C) etwa zwei Wochen ohne Qualitätseinbußen. Der Verlust an Triebkraft mit der Alterung liesse sich durch mehr Hefe ausgleichen- allerdings werden mit zunehmendem Alter bestimmte Enzyme aus abgestorbenen Zellen freigesetzt, die Gluten spalten. Dadurch baut der Teig schneller ab. Außerdem trägt ältere Hefe aufdringliches Aroma ein. Frischhefe sollte daher nach dem Kauf schnellstmöglich verarbeitet werden. Das Einfrieren von Hefe zerstört die Hefezellen und vermindert die Möglichkeit der Hefevermehrung. Auf die Triebkraft hat dies nur geringen Einfluss. Die backtechnischen Eigenschaften von Biohefe unterscheiden sich nahezu nicht von konventioneller Hefe. Sie altert etwas schneller und erreicht nicht ganz die Triebkraft. Wieviel Hefe braucht man? Hefe spaltet die Backgemeinde: mancher meint, dass das Gebäckaroma umso besser wird, je weniger Hefe man einsetzt. Andere mögen eben das Hefearoma in der frischen Backware und halten es für typisch. Man bekommt mit mehr Hefe flauschig- wattige Krumen, diese erstrebenswerte Eigenschaft erkauft man sich mit geringerer Frischhaltung. Nur durch Ausprobieren kann man für sich herausfinden, wie hoch der optimale Anteil für ein Rezept liegt. Für lange Garezeiten von bis zu mehreren Tagen nimmt man eher wenig Hefe und senkt zusätzlich die Teigtemperatur. Dazu sollte auch das passende Mehl gewählt werden, um diese Tortur zu überstehen.
Beispiel: 0,2% Hefe/4°C Teigtemperatur Für extrem kurze Garezeiten wählt man eine Teigtemperatur von 25°C und eine Hefekonzentration von 2,5%, evtl. mit Malzzugabe, um das Nährstoffangebot zu optimieren. Dazwischen sind alle Kombinationen möglich. More - Mit Madre als alleinigem Triebmittel
Ganz unten findest du einen Zeitplan, um sicher starten zu können.
Zwei Mehle, die – bei mir – zu Unrecht ein Schattendasein fristen, sollen heute ihre Vorstellung bekommen: der 630er Dinkel und der Alpenroggen. Sie fehlen fast immer in meinem Repertoire. Das muss korrigiert werden. Als mildes 70/30-Mischbrot im Südwesten der Republik außerordentlich beliebt, lautet sein zweiter Name: „Friss-dich-dumm-Brot“. Die Kombination aus Dinkel und Roggen, getrieben allein durch Dario, ist dermaßen stimmig und eingängig, dass sie einem Marschbefehl gleicht: Nachbacken!
Auffrisch-Variante
Ergibt: 2 Teiglinge à ca. 900 g
TAinternational auch Hydration/Hydratation genannt. TA – Kürzel für Teigausbeute, Angabe der Wassermenge im Teig. TA= 160 bedeutet, dass auf 100g Mehl 60g Wasser gegeben werden, TA=200 bedeutet, dass zu 100g Mehl 100g Wasser kommen. Man bezieht also die Wassermenge im Teig auf 100g Mehl und addiert beides. Hydration nennt den prozentualen Anteil des Wassers am Mehl. Also in diesem Beispiel 60% bzw. 100%. More Hauptteig: 168
Versäuerungsgrad: 20 %
1. Zutaten
Bezogen auf 1.000 g Gesamtmehl (inkl. Madre‑Mehl).
- Dinkelmehl Type 630: 60 % = 600 g
- Alpenroggen: 30 % = 300 g
- Madre/Sauerteig: 10 % = 150 g (bei TA150)
- Wasser gesamt: 68 % = 680 g
- Salz: 2,2 % = 22 g
- Aquaposa: 10 % = 100 g
- HefeSaccharomyces cerevisiae (Backhefe, Bäckerhefe, Bierhefe) Backhefe wird als Frischhefe (ca. 70 % Wassergehalt) und Trockenhefe (ca. 5 % Wassergehalt) angeboten. 1 g Trockenhefe entspricht etwa 2,5 Frischhefe. Im frischen Zustand riecht sie fruchtig-aromatisch und bricht muschelig. Trockenhefe wird in Tüten zu je 7 g verkauft, man kann sie anstelle von Frischhefe einsetzen. Frischhefe hält sich bei kühler Lagerung (2 – 8 °C) etwa zwei Wochen ohne Qualitätseinbußen. Der Verlust an Triebkraft mit der Alterung liesse sich durch mehr Hefe ausgleichen- allerdings werden mit zunehmendem Alter bestimmte Enzyme aus abgestorbenen Zellen freigesetzt, die Gluten spalten. Dadurch baut der Teig schneller ab. Außerdem trägt ältere Hefe aufdringliches Aroma ein. Frischhefe sollte daher nach dem Kauf schnellstmöglich verarbeitet werden. Das Einfrieren von Hefe zerstört die Hefezellen und vermindert die Möglichkeit der Hefevermehrung. Auf die Triebkraft hat dies nur geringen Einfluss. Die backtechnischen Eigenschaften von Biohefe unterscheiden sich nahezu nicht von konventioneller Hefe. Sie altert etwas schneller und erreicht nicht ganz die Triebkraft. Wieviel Hefe braucht man? Hefe spaltet die Backgemeinde: mancher meint, dass das Gebäckaroma umso besser wird, je weniger Hefe man einsetzt. Andere mögen eben das Hefearoma in der frischen Backware und halten es für typisch. Man bekommt mit mehr Hefe flauschig- wattige Krumen, diese erstrebenswerte Eigenschaft erkauft man sich mit geringerer Frischhaltung. Nur durch Ausprobieren kann man für sich herausfinden, wie hoch der optimale Anteil für ein Rezept liegt. Für lange Garezeiten von bis zu mehreren Tagen nimmt man eher wenig Hefe und senkt zusätzlich die Teigtemperatur. Dazu sollte auch das passende Mehl gewählt werden, um diese Tortur zu überstehen.
Beispiel: 0,2% Hefe/4°C Teigtemperatur Für extrem kurze Garezeiten wählt man eine Teigtemperatur von 25°C und eine Hefekonzentration von 2,5%, evtl. mit Malzzugabe, um das Nährstoffangebot zu optimieren. Dazwischen sind alle Kombinationen möglich. More: 0,4 % = 4 g
Gesamtteig: ca. 1.800 g
2. Madre/Sauerteig aus dem Kühlschrank
Ca. 150 g.
Hier sollte die Säuremenge im Sauerteig berücksichtigt werden. Wer voll ausgereifte Sauerteige im Kühlschrank parkt, ist bei milden Broten auch mit der Hälfte der angegebenen Menge gut bedient. Mit dem Anteil des Sauerteigs steuerst du den Säurecharakter des Brotes.
3. Hauptteig
- 150 g Madre/Sauerteig (aus dem Kühlschrank)
- 600 g Dinkelmehl Type 630
- 300 g Alpenroggen
- 100 g Aquaposa (zuerst mit dem Mehl vermischen)
- 630 g Wasser
- 4 g Frischhefe (im Wasser aufgelöst)
- 22 g Salz
Kneten (all in):
4 Min. langsam, 1 Min. schnell
4. Teigführung (22 °C)
Stockgare: ca. 3,5 Std. bei 22 °C
Nach 1,5 Std.: Teig einmal aufziehen(vom Teig) auch: Stretch and fold. Eine sehr effektive Maßnahme, um Ordnung in die Proteinstrukturen zu bekommen. Neben der Quellung, also der physikalischen Bindung von Wasser an die Stärke und Proteine, gehört zur Teigentwicklung auch dieses Dehnen & Falten. Es dient zusätzlich der Temperaturangleichung, damit der Teig gleichmäßig reift. Mit dem Zeitpunkt und der Häufigkeit dieser Maßnahme steuert man zusätzlich das Porenbild (von fein, gleichmäßig bis grob & wild) im fertigen Brot. More.
Aufarbeiten:
Teig teilen, rund wirken (ohne zu entgasen), 15 Min. entspannen lassen. Oval übereinander schlagen, knapp verschließen. Ins längliche GärkörbchenAndere Bezeichnungen: Gärkorb, österr.: Simperl Gärkorbe sind Behälter zum Gären von Teigen während der Stückgare. Sie schützen den Teigling vor Austrocknung, stabilisieren ihn, geben ihm eine bestimmte Form und ein gewünschtes Muster. Für eine lange Gare unverzichtbar. Gärkörbe können aus Wollfilz, Peddigrohr, Holzschliff, Holz, Kunststoff oder Bast bestehen. Jedes Material hat Vorzüge und Nachteile. Mit dem Wollfilz gelingt es, Teiglinge ohne anhaften auch mit minimalen Mehlmengen zu händeln. Das Ergebnis ist eine nahezu unbemehlte Teiglingsoberfläche, die leicht zum glänzen gebracht werden kann. More legen – SchlussSchluss / Teigschluss Als Schluss oder Teigschluss bezeichnet man die „Teignaht“, die bei der Aufarbeitung, also dem endgültigen Formen des Teiglings entsteht. Teigschluss oben oder unten? Meistens wird der Teigling zur Stückgare andersherum gelegt, als er später gebacken wird. Z.B. wird ein Schnittbrötchen-Teigling tief eingeschnitten, mit Roggenmehl bestreut und dann auf diesen künftigen Ausbund gelegt. Ausnahmen Burger Buns oder Ciabattae, reifen bis zur Vollgare und werden deshalb nicht geschnitten. Rustikal aufgerissene Backwaren Wenn der Teigschluss beim Backen nach oben zeigt, neigt er bei knapper Gare dazu, wild und rustikal aufzureißen. Auch hier kann etwas Roggenmehl beim Aufarbeiten förderlich sein. More nach oben, für rustikalen AusbundEr entsteht durch das Aufspringen der Kruste möglichst an erwünschter Stelle. Die durch den Ausbund vergrößerte Oberfläche des Brotes verbessert das Aroma und den Geschmack. Das Brotvolumen wird größer, die Porung offener, wilder. Ein guter Ofentrieb ist entscheidend für die Ausbildung eines Ausbundes. Dazu sollte der Teigling mit knapper Gare (Dreiviertelgare) geschoben werden. Das Einschneiden des Teiglings steuert die Rissbildung in definierten Bahnen. Wird das Gebäck mit offenem Schluss gebacken, reißt der Teigling an den schwächsten Stellen auf. Das kann dem Brot ein (gewollt) individuelles Aussehen verleihen. More nicht einschneiden.
Stückgare: ca. 3,5 Std. bei 22 °C
5. Backen
- Anbacken mit Schwaden bei 240 °C für ca. 15 Min.
- Bei 200 °C ausbacken.
- 15 Min. vor Ende den Schwaden ablassen.
- Für die Krustenentwicklung die Ofentür im letzten Viertel einen Spalt geöffnet lassen.
- Backen, bis 97 °C Kerntemperaturhier: gemessen im Gebäck während des Backvorgangs. Anhand der Kerntemperatur kann festgestellt werden, ob das Gebäck ausgebacken ist. Auch dieser Vorgang erfordert Sorgfalt- ich habe einen gestandenen Ausbilder der Akademie in Weinheim einen Wert nehmen sehen, das Brot hat er für ausgebacken erklärt und im Moment des Stürzens aus der Backform fiel es in sich zusammen. Das Thermometer wurde zu tief eingestochen und maß einen Wert am Boden. Nicht umsonst heisst es „Kerntemperatur“. Kleingebäck wird nach Erfahrung aus dem Ofen geholt. Rührkuchenqualität profitiert sehr von einem genauen Zeitpunkt des Ausbackens- der Holzstabtest zeigt fast immer an, wann es zu spät ist.
Brot: 98°C: fertig gebacken, 96°C halbgebacken
Brioche: 94°C
Rührkuchen: 93°C More erreicht sind (ca. 40 Min.).
Madre-Variante
Ergibt: 2 Teiglinge à ca. 900 g
TA Hauptteig: 168
Versäuerungsgrad: 20 %
1. Zutaten
Bezogen auf 1.000 g Gesamtmehl (inkl. Madre‑Mehl).
- Dinkelmehl Type 630: 50 % = 500 g
- Alpenroggen: 30 % = 300 g
- Madre‑Mehl (Lombardia): 20 % = 200 g
- Wasser gesamt: 68 % = 680 g
- Salz: 2,2 % = 22 g
- Aquaposa: 10 % = 100 g
Gesamtteig: ca. 1.800 g
2. Madre, zweistufig
Erster Ansatz (TAinternational auch Hydration/Hydratation genannt. TA – Kürzel für Teigausbeute, Angabe der Wassermenge im Teig. TA= 160 bedeutet, dass auf 100g Mehl 60g Wasser gegeben werden, TA=200 bedeutet, dass zu 100g Mehl 100g Wasser kommen. Man bezieht also die Wassermenge im Teig auf 100g Mehl und addiert beides. Hydration nennt den prozentualen Anteil des Wassers am Mehl. Also in diesem Beispiel 60% bzw. 100%. More 140):
1 Teil reife Madre : 2 Teile Mehl, TAinternational auch Hydration/Hydratation genannt. TA – Kürzel für Teigausbeute, Angabe der Wassermenge im Teig. TA= 160 bedeutet, dass auf 100g Mehl 60g Wasser gegeben werden, TA=200 bedeutet, dass zu 100g Mehl 100g Wasser kommen. Man bezieht also die Wassermenge im Teig auf 100g Mehl und addiert beides. Hydration nennt den prozentualen Anteil des Wassers am Mehl. Also in diesem Beispiel 60% bzw. 100%. More 140, 12 Std., TeigtemperaturTT – Abkürzung für Teigtemperatur. Die Teigtemperatur ist ein häufig unterschätzter Parameter und entscheidet nicht nur über die Fermentsationsdauer/Stehzeit des Teiges, sondern auch über die sich entwickelnden Aromen, auch über den Säuregrad. More nach dem Kneten: 27 °C, Reifetemperatur 18 °C
Zuerst das ASGDas Anstellgut (ASG) ist verantwortlich für die Brotqualität, durch die individuelle Pflege entwickelt sich eine stabile Bakterien- & Hefekultur und damit ein definiertes Sauerteigaroma. ASG kann entweder immer vom jeweils für den Backtag angesetzten Sauerteig abgenommen oder separat geführt und aufgefrischt werden. More im Wasser lösen, dann intensiv mit dem Mehl verkneten.
Ergebnis: ca. 150 g Madre (Stufe 1).
Stufe 2 – Triebstufe (1 : 1 : 1):
- 140 g reife Madre aus Stufe 1
- 140 g Lombardia
- 140 g Wasser
Reife: 2 Std. bei 27 °C. Damit sofort den Hauptteig bereiten.
3. Hauptteig
- 420 g Madre (Stufe 2), komplett
- 500 g Dinkelmehl Type 630
- 300 g Alpenroggen
- 530 g Wasser (Schüttwasser)
- 100 g Aquaposa
- 22 g Salz
Kneten (all in):
4 Min. langsam, 1 Min. schnell
4. Teigführung (22 °C)
Stockgare: ca. 3,5 Std. bei 22 °C
Nach 1,5 Std.: Teig einmal aufziehen(vom Teig) auch: Stretch and fold. Eine sehr effektive Maßnahme, um Ordnung in die Proteinstrukturen zu bekommen. Neben der Quellung, also der physikalischen Bindung von Wasser an die Stärke und Proteine, gehört zur Teigentwicklung auch dieses Dehnen & Falten. Es dient zusätzlich der Temperaturangleichung, damit der Teig gleichmäßig reift. Mit dem Zeitpunkt und der Häufigkeit dieser Maßnahme steuert man zusätzlich das Porenbild (von fein, gleichmäßig bis grob & wild) im fertigen Brot. More.
Aufarbeiten:
Teig teilen, rund wirken ohne zu entgasen, 15 Min. entspannen lassen. Oval übereinander schlagen, knapp verschließen. Ins längliche GärkörbchenAndere Bezeichnungen: Gärkorb, österr.: Simperl Gärkorbe sind Behälter zum Gären von Teigen während der Stückgare. Sie schützen den Teigling vor Austrocknung, stabilisieren ihn, geben ihm eine bestimmte Form und ein gewünschtes Muster. Für eine lange Gare unverzichtbar. Gärkörbe können aus Wollfilz, Peddigrohr, Holzschliff, Holz, Kunststoff oder Bast bestehen. Jedes Material hat Vorzüge und Nachteile. Mit dem Wollfilz gelingt es, Teiglinge ohne anhaften auch mit minimalen Mehlmengen zu händeln. Das Ergebnis ist eine nahezu unbemehlte Teiglingsoberfläche, die leicht zum glänzen gebracht werden kann. More legen – SchlussSchluss / Teigschluss Als Schluss oder Teigschluss bezeichnet man die „Teignaht“, die bei der Aufarbeitung, also dem endgültigen Formen des Teiglings entsteht. Teigschluss oben oder unten? Meistens wird der Teigling zur Stückgare andersherum gelegt, als er später gebacken wird. Z.B. wird ein Schnittbrötchen-Teigling tief eingeschnitten, mit Roggenmehl bestreut und dann auf diesen künftigen Ausbund gelegt. Ausnahmen Burger Buns oder Ciabattae, reifen bis zur Vollgare und werden deshalb nicht geschnitten. Rustikal aufgerissene Backwaren Wenn der Teigschluss beim Backen nach oben zeigt, neigt er bei knapper Gare dazu, wild und rustikal aufzureißen. Auch hier kann etwas Roggenmehl beim Aufarbeiten förderlich sein. More nach oben, nicht einschneiden.
Stückgare: ca. 3,5 Std. bei 22 °C
5. Backen
- Anbacken mit Schwaden bei 240 °C für ca. 15 Min.
- Bei 200 °C ausbacken.
- 15 Min. vor Ende den Schwaden ablassen.
- Für die Krustenentwicklung die Ofentür im letzten Viertel einen Spalt geöffnet lassen.
- Backen, bis 97 °C Kerntemperatur erreicht sind (ca. 40 Min.).
Schellis Urteil
Geniales Brot! Das leicht süßliche Dinkel-Aroma webt sich ein in den Alpenroggen-Duft. Durch die 60/30-Verteilung bleiben beide Hauptteilnehmer (Dinkel/Roggen) ebenbürtig. Die Madre mit dem minimalen Säureeintrag sorgt für das Salz in der Suppe. Ein Tim Mälzer würde sagen: „Sie hebt den Geschmack.“ Die Säure hast du selbst in der Hand. Die hier beschriebene Methode zeigt durch die Verwendung junger („unreifer“ im Sinne des alten Sauerteigverständnisses) Sauerteige eine hohe Triebkraft bei geringer Säureentwicklung. Die Reifezeitkurz: RZ, die Ruhezeit der Gare vom Mischen eines (Vor-) Teiges bis zum folgenden Eingriff. Das kann die nächste Stufe einer Auffrischung oder die Zeit vom Formen des Teiglings bis zum Einschießen des Gebäcks in den Ofen sein. More von ca. 7 Stunden ist nötig, um neben der Säure auch Fermentationsaromen zu entwickeln, die dem Brot die süchtig machende Geschmackstiefe verleihen. Nur diese Gesamtkonstellation gibt dem Konzept die gewünschte Harmonie. Das Brot passt als Universalbrot zu jeder Situation im eigenen Haushalt. Es ist kein Hingucker, sondern beste Alltagskost.
Zeitplan, wenn das Brot um 18:00 Uhr aus dem Ofen soll
- Vortag, 20:20 – Madre Stufe 1 ansetzen (12 Std. / 18 °C)
- 08:20 – Madre Stufe 2 ansetzen (2 Std. / 27 °C)
- 10:20 – Hauptteig kneten
- 11:50 – 1× aufziehen(vom Teig) auch: Stretch and fold. Eine sehr effektive Maßnahme, um Ordnung in die Proteinstrukturen zu bekommen. Neben der Quellung, also der physikalischen Bindung von Wasser an die Stärke und Proteine, gehört zur Teigentwicklung auch dieses Dehnen & Falten. Es dient zusätzlich der Temperaturangleichung, damit der Teig gleichmäßig reift. Mit dem Zeitpunkt und der Häufigkeit dieser Maßnahme steuert man zusätzlich das Porenbild (von fein, gleichmäßig bis grob & wild) im fertigen Brot. More
- 13:20 – Teilen und rundwirken
- 13:35 – Lang formen, ins Gärkörbchen (Start Stückgare: 3,5 Std / 22 °C)
- 17:05 – Backen (240 °C + Schwaden / Topf geschlossen)
- 17:45 – Schwaden ablassen, trocken ausbacken
- 18:00 – Aus dem Ofen