Texturenbrot

Texturenbrot

Dietmars neues Buch: zum Greifen nah!

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Rundum glücklich mit Texturenbrot im Kasten

Dieses Brot nährt dein Wohlbefinden, sättigt lange, lange Zeit und schmeckt so gut, dass es bei uns zuhause fast immer da ist. Es ist ein Brot, das von der Reife profitiert: Als reiner Sauerteig gewinnt es jeden Tag an Aroma. Es schmeckt immer ein bisschen anders als am ersten Tag – aber niemals schlechter.
Wir sprechen heute über alle Klippen der Herstellung und wie man sie einfach überwindet.

Schrotbrote oder Brote mit ganzen Körnern bröseln oft beim Aufschneiden auseinander, die Scheiben lassen sich kaum mit Butter bestreichen. Solche Erlebnisse vermasseln dir den Sieg – denn eigentlich hältst du ein Sensationsgebäck in der Hand. Geschmack, Aroma, Mundgefühl sind nur der erste Eindruck. Der Genuss dieses Brotes ist Auftanken mit Energie – kein Booster wie ein Schluck Cola oder ein Löffel Honig, der dich Richtung ADHS-Klippe schiebt, sondern langanhaltende Kraft und Wohlbefinden. Für Zeiten, in denen du Ausdauer und Klarheit brauchst. Nervennahrung, die dich sanft über den Tag trägt und Zuckerkrisen gar nicht erst entstehen lässt.

Warum ist das ein Superbrot?

  1. Roggen gibt seine Zuckerstoffe nur verzögert frei – er ist der Blutzuckerspitzen-Killer schlechthin.
  2. Das ganze Korn im Kochstück wird durch die Vorbehandlung zum Ballaststoff – ähnlich wie vorgekochte Kartoffeln oder Nudeln.
  3. Der Schrot ist durch sein großes Oberflächen-Volumen-Verhältnis für die körpereigenen Enzyme schlechter abbaubar, auch er wird deshalb langsamer metabolisiert.

Das spürst du direkt beim Essen und in den Stunden danach.

Zurück zum Anfang:

So bekommen wir die Schnittfestigkeit und den Zusammenhalt des Brotlaibs in den Griff:
Der feste Teig wird anfangs ohne Schüttwasser (quäl-)geknetet. Dabei setzen sich feinere Kornbestandteile frei – sie sind für den Zusammenhalt und die Bindigkeit nötig. Ein wichtiger Schritt, um die Qualität des Ergebnisses sicherzustellen.

Das Anstellgut allein verantwortet den Trieb, kümmert sich um Versäuerung und Aroma. Sei dir deshalb sicher, dass es dazu in der Lage ist – oder bestell‘ es einfach mit. Hast du mehrere Kulturen in Pflege, nimm das beste Pferd im Stall.

 

Rezept: Roggenvollkornbrot im Kasten

"Einmal mit alles:" Vom ganzen Korn über Schrot zum Mehl

Sauerteig

  • 300 g Roggen (150 g Champagnerroggen, frisch & sehr grob gemahlen oder Schrot; 150 g Roggen 1370)
  • 220 g Wasser
  • 30 g Anstellgut
  • Anstellgut im Wasser lösen, mit dem Mehl vermengen.
  • Reifezeit: ca. 12–14 Stunden

Kochstück

  • 500 g Champagnerroggen, ganzes Korn
  • 600 g Wasser
  • Im Dampfdrucktopf, Reiskocher oder im Topf mit Deckel kochen, bis alles Wasser aufgenommen ist. Die Körner müssen weich sein – Aufplatzen sollte vermieden werden.

Hauptteig

  1. Alle Zutaten 8 Min. langsam mischen, dabei bis zu 200 g Wasser zuschütten. Teigtemperatur: 22 °C.
  2. Ohne Stockgare in Kastenform(en) füllen, mit nassen Händen oder nassem Silikonspatel glattstreichen.
  3. Mit Roggenmehl absieben (so erkennt man später die Gare leichter).

 

Stückgare: ca. 90 Min. bei Zimmertemperatur (22–24 °C). 
Der Teig sollte den Rand der Form erreicht haben und deutliche Risse auf der Oberfläche zeigen.

Backen

  1. Anbacken bei 250 °C Ober-/Unterhitze
  2. Nach 2 Min. schwaden
  3. Nach 10 Min. ablassen, Temperatur auf 200 °C senken.
  4. Weitere 50 Min. backen, bis eine Kerntemperatur von 97 °C erreicht ist.

Schellis Urteil

Ein einfaches, im wahrsten Sinne vielschichtiges Brot aus ganzem Korn, Schrot und Mehl. Vollständig Roggen. Für mich das in seiner schönsten Form und am längsten anhaltend sättigende Brot. Das Kochstück bringt malzig-süßliche Roggenaromen, die Fermentation des Schrotes mit der Sauerteigkultur sorgt für die Waldhonig-Note. Allein mit Butter und Salz genossen, wahlweise mit etwas Schnittlauch – ein Kunstwerk. Räucherlachs und Meerrettich bieten sich an. Solch ein Schulbrot schützt vor dem Hungerast. Der Nachwuchs wird immun gegen Knoppers & Co.

Zusammenfassung der Tipps

  1. Den festen Teig quetschkneten – für die Bindigkeit und die Schnitthaltigkeit des fertigen Brotes.
  2. Einen gepflegten Sauerteig verwenden – er ist für die ganze Arbeit verantwortlich, denn Triebkraft und Aroma ruhen auf seinen Schultern.
  3. Die ganzen Körner weich kochen. Sonst bekommt man im Brotinneren zwar bissfeste Körner („al dente“), in den äußeren Brotschichten trocknen sie jedoch aus, wenn sie vorher nicht genug Wasser bekommen haben – das kann Zähne und Füllungen gefährden.
  4. „Schrotbrote gelingen immer“ – ein Zitat meines Lehrmeisters B. Küppers, Weinheim.