Fladenbrot mit Piquillos und Labneh

Levante-Imbiss: Fladenbrot mit Piquillos und Labneh

Einfach (und) genial!

Die Idee für diesen Beitrag stammt aus einem Sterne-Anwärter-Restaurant. Genossen am 14.7.26 in „La Bonne Mer“, 22 Rue du Moulin des Prés, 75013 Paris – große Empfehlung!

Kurzbeschreibung

  1. Weiches Sesam-Fladenbrot mit leichter Joghurt-Note und typischem Rautenmuster, direkt geführt und an einem Tag gebacken.
  2. Piquillos – aromatische, über Holzfeuer gegrillte und im eigenen Saft marinierte Paprikaschoten – sprechen für sich.
  3. Dazu abgetropfter griechischer Joghurt, gewürzt mit Za’atar.
  4. Plus Aussicht auf eine wunderbar einfache Süßspeise, die sich vielfältig kombinieren lässt.

1. Rezept: Fladenbrot

Parameter

  • Normierung: 1.000 g Qualitätsmehl gesamt
  • Mehlbasis: 85 % Tipo 0 Orange, 15 % Semola Hartweizengrieß
  • Schüttflüssigkeit: 150 g Vollmilch + 500 g Wasser + 75 g Joghurt
  • Salz: 2,2 %
  • Zucker: 2 %
  • Olivenöl im Teig: 2 %
  • Hefe: 2,0 % frische Hefe
  • Zielteigtemperatur: ca. 24 °C
  • Stockgare: 3 Std. bei ca. 22 °C
  • Backtemperatur und -zeit: ca. 20 Min. gesamt bei 220 °C

Zutaten

Hauptteig

  • 850 g Tipo 0 Orange
  • 150 g Semola Hartweizengrieß
  • 500 g Wasser
  • 150 g Vollmilch
  • 75 g Joghurt
  • 20 g frische Hefe
  • 22 g Salz
  • 20 g Zucker
  • 20 g Olivenöl

Zum Fertigstellen
Olivenöl zum Bestreichen
Weißer und/oder schwarzer Sesam

Zeitplan

So angepasst, dass das Fladenbrot um 18:00 Uhr aus dem Ofen kommt.

  • 13:00 Uhr: Hauptteig ansetzen
  • 14:30 Uhr: Teig 1x aufziehen
  • 16:00 Uhr: Teig teilen und rund wirken
  • 16:30 Uhr: Teiglinge ausbreiten
  • 17:00 Uhr: Ofen vorheizen
  • 17:30 Uhr: mit Öl bestreichen, eindrücken, mit Sesam bestreuen
  • 17:40 – 18:00 Uhr: Backen

Ablauf

  1. Joghurt in der Vollmilch verrühren, dann die Hefe darin auflösen.
  2. Wasser, Tipo 0 Orange und Semola zugeben und 6 – 8 Min. auf niedriger Stufe kneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht.
  3. Salz und Zucker zugeben und weitere 2 – 3 Min. auf etwas höherer Stufe kneten.
  4. Zum Schluss das Olivenöl einkneten.
  5. Der Teig soll glatt, geschmeidig und mittelfest sein – Teigtemperatur: 24 °C. Fenstertest machen. Er kann im Knetkessel reifen, um Abwasch zu reduzieren.
  6. 3 Std. bei ca. 21 – 22 °C reifen lassen.
  7. Nach 90 Min. den Teig aufziehen.
  8. Nach der Kesselgare den Teig in 4 gleich große Stücke zu je ca. 450 g teilen. Die Teigstücke rund wirken und 30 Min. unter Folie entspannen lassen.
  9. Die Kugeln vorsichtig zu Fladen von etwa 1 – 1,5 cm Dicke ausziehen, auf Backpapier setzen und 40 – 45 Min. unter Folie ruhen lassen.
  10.  Die Oberfläche mit Olivenöl einstreichen, mit den Fingern das typische Muster eindrücken und mit Sesam bestreuen.
  11.  Bei 220 °C Ober-/Unterhitze einschießen.
  12.  8 Min. mit Dampf backen, Dampf ablassen und weitere 12 Min. fertig backen.
  13.  Auf einem Gitter auskühlen lassen.

Tipp:
Wer es auf eine möglichst offene Porung anlegt, der wähle das Vittoria oder Lombardia als Mehl und erhöhe die TA um ca. 10 %.

2. Rezept: Labneh mit Olivenöl, Za'atar und Piquillos

Kurzbeschreibung

Cremiger, über Nacht abgetropfter Joghurt mit Olivenöl, geröstetem Paprika und Fladenbrot. Ein einfaches Gericht mit orientalischem Charakter, bei dem alles passt – zum Niederknien.

Parameter

  • Menge: 4 – 6 Portionen
  • Basis: abgetropfter Joghurt / Labneh
  • Abtropfzeit: 12 – 15 Std.
  • Charakter: cremig, frisch, kräutrig, nussig-würzig
  • Servierweise: mit Olivenöl, Piquillos und Brot

Zutaten

Labneh

  • 1000 g griechischer Joghurt
    Außerdem
  • 1 Kaffeefilter mit Papier oder großes Küchensieb mit Küchen-/Käsetuch

Zeitplan

  • Tag 1: Joghurt zum Abtropfen ansetzen.
  • Über Nacht: 12 – 15 Std. im Kühlschrank abtropfen lassen.
  • Tag 2: Labneh in eine Schüssel geben, salzen, mit Olivenöl, Za’atar und den Piquillos anrichten und mit dem frischen Fladenbrot servieren.

Ablauf

  1. Joghurt verrühren. Je nach Ausstattung: Kaffeefilter mit Papier präparieren oder ein großes Sieb mit einem sauberen Tuch auslegen, eine Auffangschüssel darunterstellen und die Joghurtmasse hineingeben. (Wer einen Teil des Labnehs süß servieren möchte, arbeitet bei diesem Schritt ohne Salz.) Im Kühlschrank über Nacht abtropfen lassen.
  2. Nach 12 – 15 Std. den Labneh mit Salz abschmecken – meine Empfehlung: 0,5 % (das ist wirklich nur eine Prise). Die gesalzene Variante hält problemlos 1 Woche im Kühlschrank. Die ungesalzene Variante für süße Nachspeisen zügig (nicht länger als 3 Tage im Kühlschrank) verbrauchen.
  3. Labneh auf Tellern anrichten, großzügig mit Olivenöl beträufeln, mit Za’atar bestreuen und die Piquillo-Paprika mit ihrem wertvollen Eigensaft dazulegen. Mit dem Fladenbrot servieren.

Schellis Urteil

Ein Feuerwerk im Hochsommer! Jede einzelne Komponente dieses Beitrags ist der Mühe wert, zubereitet zu werden.
Beim Fladenbrot steht die Einfachheit im Vordergrund – unkompliziert gemacht und genossen. Die Piquillos sind jedes Mal eine Entdeckung. Im direkten Vergleich mit den ausgesuchten, handgedengelten des o.g. Restaurants haben sie sogar tiefere, nachhaltigere Aromen zu bieten. Man kann sie sparsamer dosieren; eine Dose reicht locker für 4 Personen, als Vorspeise sogar für 8.
Griechischen Joghurt als Labneh trockenzulegen, muss man versucht haben – so einfach umzusetzen und ein Ergebnis, das flasht. Bauernküche auf Gourmet-Niveau – so liebe ich es.
Genießt den Sommer!

Tipps

a) Ungesalzener Labneh ist eine großartige Grundlage für einen schnellen Genuss und unterscheidet sich in Textur, Mundgefühl und Sättigungsverhalten fundamental vom Grundstoff Joghurt. Besonders die süße Zunge kommt auf ihre Kosten. Kombiniert man diese wunderbare Milchspeise mit etwas Ahornsirup, einem Löffel feiner selbstgemachter Marmelade oder besonderem Honig, betritt man das Himmelreich. Das Salz für die herzhafte Variante kann man nach dem Abtropfen einrühren.
b) Das Fladenbrot-Rezept ist anfängertauglich ausgelegt. Der Teig lässt sich wunderbar händeln. Durch die gewählte Mehlqualität und die 7-stündige Fermentationszeit („Same-day-bake“) finden wir eine schöne Ausgewogenheit zwischen Flauschigkeit und Fermentationsaromen.
c) Za’atar wird noch besser, wenn man es selbst frisch zubereitet. Wer einmal begonnen hat, Gewürze selbst zu rösten, wird diese Methode immer wieder anwenden – es ist eine völlig neue Qualität in der Küche.